Souveräne Führung von Holmes

Iditarod (c) Iditarod

Jesse Holmes ist weiter in Führung und scheint souverän seinen Titel verteidigen zu können. Wenn man den Expedition Musher Rokke nicht berücksichtigt, ist Holmes seit Nikolai in der Spitzenposition.

Im Moment ist der Champion von 2025 auf dem Weg nach Koyuk. In den vorherigen Checkpoint Shaktoolik ist er mit einem dreistündigen Vorsprung auf Paige Drobny eingefahren. Auf dem Weg dorthin ist die Verfolgergruppe angeführt von Travis Beals.

Holmes räumt alle Auszeichnungen ab

Holmes holte sich zuvor auf der Strecke seine fünfte Auszeichnung und gewann den Ryan Air Gold Coast Award als erster Musher, der Unalakleet erreichte.

„Ich sag euch was: Mir ist gar nicht mehr kalt. Mein Herz ist voller Freude“, sagte Holmes, nachdem er ein Originalkunstwerk (eine geschnitzte Eistaucherfigur) und 2.500 Dollar in Goldnuggets erhalten hatte.

„Ich konzentriere mich einfach voll und ganz auf das Ziel. Ich möchte an diesen Sieg anknüpfen, damit ich ihn noch mehr genießen kann und weiß, dass ich konstant war und es kein Zufallstreffer war“, sagte Holmes am Checkpoint in Unalakleet. „Ich weiß, dass es kein Zufall war, und ich sehe das nicht negativ, aber ich bin einfach so darauf fokussiert, mir selbst die Bestätigung zu geben, dass wir so konstant sein können, hungrig und konzentriert bleiben und nicht nur sagen: ‚Juhu, wir haben es geschafft.‘ Es ist ein starkes Statement, daran anzuknüpfen.“

Holmes motiviert weitere Siege einzufahren

Nachdem er vor einem Jahr sein erstes Iditarod gewonnen hat, ist Holmes weiterhin motiviert, Großes zu leisten und seinen Namen neben die Legenden dieses Sports zu setzen.

„Wenn ich es schaffe, das Iditarod erneut zu gewinnen, werde ich wohl zurückkommen und versuchen, es ein drittes Mal zu schaffen, denn dann hätte ich die Flussroute, die Nordroute und die Südroute alle innerhalb von drei Jahren absolviert“, fügte Holmes hinzu. „Und dann könnte ich auch noch mehr Geschichte schreiben – ich glaube, nur Lance und Susan haben das bisher geschafft, nämlich drei Mal in Folge. Und dann muss ich vielleicht einfach der Größe meines Kumpels Lance nacheifern und vier Siege in Folge anstreben, denn ich habe ziemlich viel Spaß dabei.

„Aber ich fange auch an, mich ziemlich alt und mitgenommen zu fühlen, also ist das vielleicht alles, was ich noch in mir habe, für dieses Rennen. Solange man Spaß hat“, sagte Holmes.

Paige Drobny (c) Iditarod
Paige Drobny (c) Iditarod

Drobny bisher einzige Konkurrentin

Denali-Highway-Nachbarin Paige Drobny, die Holmes während des gesamten Rennens dicht auf den Fersen war, kam kurz nach Mittag in Unalakleet an.

„Mir gehen die Kilometer aus, also muss es bald soweit sein“, sagte Drobny über ihren Vorstoß auf den Führenden.

Drobny hat bei den letzten beiden Iditarods jeweils einen Platz unter den ersten drei belegt und ist in diesem Jahr in der Lage, möglicherweise Geschichte zu schreiben als erste Frau, die das Iditarod seit Susan Butchers letztem Sieg im Jahr 1990 gewinnt.

„Es wäre natürlich fantastisch, wenn wir gewinnen würden“, sagte Drobny. „Da spielt auch ein gewisses Maß an Ego mit hinein, und wenn sich mir die Gelegenheit nicht perfekt bietet, dann werde ich sie einfach nicht nutzen, weil es mir nicht so wichtig ist. Aber ich denke, dass es fantastisch wäre, wenn eine Frau – eine von uns Frauen da draußen – dieses Rennen wieder gewinnen würde.“

Drobny hat die Iditarod-Strecke bereits zehnmal ohne eine einzige Aufgabe bewältigt, könnte sich das aber ohne ihre vierbeinigen Athleten, die ihr den Weg weisen, gar nicht vorstellen.

Iditarod (c) Jonathan Johnson
Iditarod (c) Jonathan Johnson

Weitere Route

Die Route von Shaktoolik nach Koyuk ist eines der berüchtigtsten und gefährlichsten Teilstücke, da sie fast vollständig über das gefrorene Meereis des Norton Sound führt. 

Die Strecke umfasst etwa ca. 80km und ist bekannt für ihre extreme Exponiertheit. 

Der Trail beginnt kurz über Land und führt dann direkt hinaus auf das Meereis der Norton Bay. Die Route ist vollkommen flach, aber tückisch. Sie kann von einer „frisierten Rennbahn“ bis hin zu rauem Packeis, tiefen Schneeverwehungen oder blankem Eis variieren. Der Weg ist mit Iditarod-Markierungspfählen oder Fichtenzweigen gekennzeichnet. In Whiteout-Bedingungen (Bodenblizzard) kann die Sicht jedoch innerhalb von Minuten auf Null sinken, was die Navigation selbst mit GPS extrem schwierig macht.

Für die Hunde kann die endlose weiße Weite ohne Fixpunkte entmutigend sein. Erfahrene „Coast Leaders“ (Leithunde), die an diese Bedingungen gewöhnt sind, sind hier unerlässlich.

Wetterbedingungen

Für den Zeitraum um den 16. März 2026 herrschen in der Region extrem kalte, aber überwiegend klare Bedingungen vor. In diesem Jahr wird von dickem, klarem Meereis berichtet, das eine direkte Überquerung der Koyuk Bay ermöglicht. In Jahren mit schlechtem Eis müssen Musher oft einen längeren Bogen entlang der Küste fahren.

Auch bei klarem Himmel sind Winde von 30 bis 50 km/h auf dem Eis üblich, die den Trail binnen Stunden glattfegen oder unter Driften begraben können.

Über cornelius

Redakteur Iditarod-Race

Zeige alle Beiträge von cornelius →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.