Mit dem Startschuss und dem ungeduldigen Geheul hunderter Schlittenhunde begann am Sonntag, den 8. März 2026, das eigentliche Abenteuer des 54. Iditarod Race.
Nachdem der zeremonielle Auftakt in Anchorage am Vortag noch im Zeichen der Show gestanden hatte, markierte der offizielle Restart auf dem zugefrorenen Willow Lake den Moment, in dem für die Musher und ihre Teams der unerbittliche Wettkampf gegen die Zeit und die Elemente Alaskas startete.
Pünktlich um 14:00 Uhr Ortszeit begaben sich die Gespanne bei knackigen Minustemperaturen und leichtem Schneefall in den vorgeschriebenen Zwei-Minuten-Intervallen auf die Strecke. Die Bedingungen auf dem Willow Lake hätten kaum besser sein können: Eine feste Schneedecke sorgte für einen schnellen Untergrund, während die klare Winterluft die Vorfreude der Tausenden angereisten Fans sichtlich befeuerte.
In diesem Jahr führt das Rennen über die traditionelle Nordroute, was den Teams bereits in der frühen Phase des Rennens technische Geschicklichkeit und eine kluge Krafteinteilung abverlangt.

Holmes erster in Finger Lake
Der Titelverteidiger Jesse Holmes kam als Erster in den Checkpint Finger Lake und rastet zurzeit noch dort. Das Expeditions Duo Rokke und Waerner, die jeweils mit nur 12 statt der erlaubten 16 Hunde gestartet waren, kamen gut 20 Minuten nach Holmes in Finger Lake an. Sie blieben nur für ein paar Minuten und machten sich sofort wieder auf den Weg nach Rainy Pass.
Da die Expeditions Teams außerhalb der Konkurrenz fahren ist dieser schneller Rennbeginn des ehemaligen Champions von 2020 und dem norwegischen Milliardär ungewöhnlich.
Nach dem Trio fuhren die Yukon Quest Veteraninnen Paige Drobny und Michelle Philips in den Checkpoint Finger Lake ein.
Der weitere Streckenverlauf
Direkt nach dem Verlassen von Finger Lake führt der Trail zunächst über den Red Lake und windet sich dann durch dichte Fichten- und Erlenwälder sowie offene Sumpfgebiete stetig bergauf. Etwa 16 Kilometer nach dem Start folgt das berüchtigte Hindernis dieser Etappe: die Happy River Steps. Dabei handelt es sich um drei extrem steile, terrassenartige Abstiege, die direkt in das Tal des Happy River führen. Diese „Stufen“ sind so eng und gewunden, dass Musher oft gezwungen sind, ihre Schlittenbremsen bis zum Äußersten zu belasten, um Stürze gegen Bäume oder in tiefe Schluchten zu vermeiden. Nach der Überquerung des Flusses folgt ein ebenso steiler Wiederaufstieg auf ein Hochplateau, bevor der Trail über den Shirley Lake und den Long Lake schließlich die Rainy Pass Lodge am Puntilla Lake erreicht.
Die aktuelle Wetterlage verschärft die Bedingungen in diesem Abschnitt erheblich. Während der Mainland-Teil Alaskas in den letzten Tagen von extrem kalten Temperaturen zwischen -20 und -40 Grad Celsius geprägt war, zieht derzeit ein feuchtigkeitsreiches Tiefdrucksystem aus dem Nordpazifik heran. Für die Hochlagen der Alaska Range wurde eine Warnung vor schwerem Schneefall und starken Windböen von bis zu 90 km/h ausgegeben.

